Expertenkreis
 

Robotik in der Rehabilitation

 

27. September 2016
14.00 bis 18.00 Uhr
Veranstaltungsort:
UnternehmerTUM MakerSpace GmbH, Lichtenbergstraße 6, 85748 Garching bei München

Eine Kurzübersicht über den Ablauf der Veranstaltung können Sie dieser Agenda entnehmen, die laufend aktualisiert wird.

In Deutschland ist der Schlaganfall der häufigste Grund für Behinderungen bei Erwachsenen. Rehabilitation gewinnt – vor allem auch volkswirtschaftlich gesehen - zunehmend an Bedeutung. Durch Reha-Maßnahmen bleiben pro Jahr weit mehr als 100.000 Menschen arbeitsfähig, die ohne Behandlungen aus dem Berufsleben ausscheiden oder auch Pflegefälle würden. Therapie- und Rehazeiten sind aufgrund der hohen Kosten knapp bemessen. Reha-Roboter könnten helfen, diese Versorgungslücke zu schließen. So wird seit etwa 15 Jahren u. a. an Robotern, die in der Rehabilitation einzusetzen sind, geforscht. Einige Systeme mit neuen und innovativen Therapieansätzen haben sich bereits in den Einrichtungen etabliert. Fachleute postulieren, dass Roboter mittelfristig die Unterversorgung in der Rehabilitation ausgleichen könnten.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die in Kooperation mit dem Cluster Mechatronik & Automation und der UnternehmerTUM GmbH durchgeführt wird, stehen neueste Erkenntnisse und Entwicklungen aus der Robotik.
Nutzen Sie den Expertenkreis, um in einem informativen Umfeld das Thema vertiefend zu diskutieren, neue Kontakte, Ideen und Projekte zu generieren.

Anmeldung: Bitte melden Sie sich zu dieser kostenpflichtigen (s.u.) Veranstaltung direkt im Online-Shop oder per E-Mail (med@medtech-pharma.de) an.



Themen Teilnehmer und Experten Anmeldung

 

Ziel der Veranstaltung

Wir laden Sie herzlich ein, gemeinsam mit den zahlreichen Experten dieses Thema vertieft zu diskutieren, sich über den aktuellen Stand zu informieren und individuelle Gespräche zu führen.

Themen

  • Robotik in der Rehabilitation
  • Querschnittslähmung, Schlaganfall, Orthopädie, Diabetes
  • Therapiebedarf in der Rehabilitation
  • Finanzierungsmodelle / Kostenerstattung / Reimbursement
  • Technische Weiterentwicklung Forschungsprojekte / Forschungsbedarf
  • Anwender- und nutzerorientierte Projekte

 


 

Teilnehmer

  • Medizinisches Fachpersonal (u.a. Ärzte, Physiotherapeuten)           
  • Forschung & Entwicklung
  • Geschäftsführer
  • Leistungserbringer
  • Kostenträger

Experten

Zugesagt haben bisher unter anderem:

  • Hr. Bartschat, Geschäftsführer Cluster Mechatronik & Automation, Augsburg
  • Hr. Dr. Böhler, Manager Tech Talents | Entrepreneurship & Tech Education, UnternehmerTUM, Garching
  • Hr. Bülhoff, Geschäftsführer, Cyberdyne Care Robotics GmbH, Bochum
  • Fr. Prof. Disselhorst-Klug, Head of Department of Rehabilitation- & Prevention Engineering, Helmholtz Institute of Applied Medical Engineering RWTH Aachen University
  • Hr. Gröger, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), Institut für Robotik und Mechatronik, Oberpfaffenhofen
  • Hr. Dr. Keibel, Business Development Manager Rehabilitation, KUKA Laboratories GmbH, Augsburg
  • Hr. Dr. König, Gründer und Geschäftsführer, Reactive Robotics GmbH, Gilching
  • Fr. Dr. Maier, Head of Clinical Applications and Research, Hocoma AG, Schweiz
  • Hr. Dr. Müller, Chefarzt, Neurologische Klinik Bad Aibling

 


Thematik

„Mit Roboterbeinen zurück ins Leben.“
„Ein gelähmter Mann in einem Roboteranzug führte den ersten Kick der letzten Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien aus.“
„In Deutschland ist der Schlaganfall der häufigste Grund für Behinderungen bei Erwachsenen. Weltweit haben im Jahr 2010 schätzungsweise 16,9 Millionen Menschen einen Schlaganfall erlitten.“1

Therapie- und Rehazeiten sind knapp bemessen. Durch ein intensivieres und längeres Training könnten Schlaganfallpatienten schneller in das Arbeitsleben integriert werden. Dem Wunsch, einem Reha-Patienten ein schnelles Zurück in sein gewohntes Leben zu ermöglichen, stehen, die von der Krankenkasse im Normalfall nicht getragenen Kosten, gegenüber. Reha-Roboter könnten helfen, diese Versorgungslücke zu schließen.
Die heute übliche stationäre Reha von drei Wochen "bringt allenfalls kurzzeitig etwas. Nach sechs bis zwölf Monaten stehen viele chronisch Kranke, ob mit einer psychischen Erkrankung oder chronischen Rückenschmerzen, wieder da, wo sie schon vorher waren", sagt Ruth Deck, Rehabilitationsforscherin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck. Viele Ressourcen, Gelder in Milliardenhöhe, und das Potenzial der Menschen werden nicht optimal genutzt, weil Reha oft wie ein Tropfen auf dem heißen Stein dosiert wird. Dabei wäre so vieles mehr möglich. "Mehr Menschen könnten wieder arbeiten gehen und teilhaben am Leben, wenn sie länger und vor allem anders Reha bekommen würden", sagt Deck. Nach der Entlassung aus der Klinik bekommen schlecht Therapierte oft keinerlei Reha mehr. Die Krankenkassen lehnen dies ab und Ärzte verordnen sie nicht, im Glauben, sie bringe bei diesen chronisch Kranken nichts mehr. Auch die Deutsche Rentenversicherung hat das Problem des schwindenden Reha-Erfolgs erkannt und bemüht sich um eine bessere Nachsorge.2
Reha-Roboter können helfen, diese Versorgungslücke zu füllen. Seit etwa 15 Jahren wird an Robotern in der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten geforscht. Einige Systeme haben sich bereits in den Einrichtungen etabliert. Beispielsweise kann ein Exoskelett mit Elektromotoren Beine eines Patienten auf einem Laufband bewegen. Die Hoffnung: Wie alle Bewegungen ist auch Gehen Kopfsache. Durch die ständigen Wiederholungen werden die Schritte neu verinnerlicht, und der Patient lernt seine Beine wieder richtig zu koordinieren.
Das ginge auch ohne Roboter. Allerdings sind für eine vergleichbare Beinmobilisation mehrere Physiotherapeuten nötig. Im normalen Klinikalltag ein zu großer Aufwand. "Die Personaldecke ist oft zu knapp für solche aufwendigen Therapieeinheiten. Roboter könnten mittelfristig die Unterversorgung in der Rehabilitation ausgleichen", sagt Catherine Disselhorst-Klug von Institut für Angewandte Medizintechnik der RWTH Aachen.3

Reha-Roboter in Form von Exoskeletten können auch vollständig Gelähmte wieder auf die Beine bringen. Mit dem Exoskelett ist beispielsweise eine absolute Neuheit in die Schön Klinik Bad Aibling eingezogen. Erstmals können sich Querschnittsgelähmte wieder fast selbstständig durch den Raum bewegen. „Deshalb gilt ganz klar: Wenn Patienten sich bewegen können, aus dem Bett oder dem Rollstuhl kommen, wird die Gesundheit erheblich verbessert“, ist Dr. Friedemann Müller, Chefarzt der Schön Klinik Bad Aibling, überzeugt.4 Momentan wird das Exoskelett ausschließlich in Therapiezentren eingesetzt. Einem Einsatz in den eigenen vier Wänden stehen bisher noch die hohen Kosten entgegen. Aber Oberarzt Dr. Brunner, der sich selbst im Rollstuhl fortbewegt, ist hier durchaus zuversichtlich: „Elektrorollstühle waren früher auch zu teuer, sind aber heute, wenn nötig, Standard. Vielleicht erleben wir beim Gangroboter eine ähnliche Entwicklung.“ Gleichzeitig wollen die Ärzte aber nicht zu hohe Erwartungen wecken: „Das Exoskelett kann den Rollstuhl für Querschnittsgelähmte nicht ersetzen, nur ergänzen.“ Auch kann die Lähmung der Beine nicht durch das Training rückgängig gemacht werden. „Aber für die Psyche sowie für viele andere Bedürfnisse unserer Patienten, ist das Exoskelett schon jetzt ein Erfolg“.
Ein weiteres Reha-Roboter System, ebenfalls ein Exoskelett-System, geht auf Professor Dr. Yoshiyuki Sankai, Forscher an der japanischen Tsukuba-Universität, zurück: HAL® (Hybrid Assistive Limb). An der Hautoberfläche werden über Sensoren niederschwellige Biosignale abgeleitet, die das muskuloskelettale System in Bewegung versetzen. Das Exoskelett registriert und interpretiert diese Ströme. Per Computer werden Elektromotoren an den Gliedmaßen von Patienten gesteuert. Das System hat sowohl ein „willkürliches“ als auch ein „autonomes“ Kontrollsystem. HAL® wird bei Querschnittslähmungen oder nach Schlaganfällen eingesetzt.5 Die von Prof. Sankai gegründete Firma Cyberdyne Inc. ist mittlerweile an 4 Standorten in Europa vertreten, unter anderem unter der Leitung von Geschäftsführer Herrn Bülhoff in Bochum. Auf vollständig (Querschnittslähmungen) oder teilweise gelähmte (Schlaganfallpatienten) Patienten konzentrieren sich derzeit die Anwendungsgebiete für die Reha-Roboter. Allerdings sind auch weitere Indikationen möglich und teilweise explizit gewünscht, beispielsweise in der Orthopädie oder bei Diabetespatienten.



1 (www.dsg-info.de)
2 (www.welt.de)
3 (www.welt.de)
4 (www.schoen-kliniken.de)
5 (www.doccheck.de)

Bildnachweis: Hocoma AG, Reactive Robotics GmbH, Cyberdyne Care Robotics GmbH 

Leistungen und Preise

Der Teilnahmebeitrag inklusive Kaffeepause, Kaltgetränken und Imbiss beträgt 160,- €. Für Mitglieder des Forum MedTech Pharma und des Cluster Mechatronik & Automation e.V. reduziert sich der Beitrag auf 90,- €. Diese Preise enthalten MwSt auf die Verpflegung.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich direkt im Online-Shop oder per E-Mail (med@medtech-pharma.de) an.
Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine Anmeldebestätigung mit näheren Hinweisen zu Veranstaltungsort und Ablauf sowie eine Rechnung. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und richtet sich nach dem Eingang der Anmeldungen.

Anmeldeschluss: 23. September 2016

Stornierung

Die Stornierung der Anmeldung ist bis zum 23. September 2016 möglich. Danach bzw. bei Nichterschienen des Teilnehmers ist der gesamte Beitrag zu entrichten. Eine Vertretung des angemeldeten Teilnehmers ist nur nach Absprache möglich. Das Forum MedTech Pharma e.V. ist berechtigt, eine Veranstaltung aus wirtschaftlichen oder organisatorischen Gründen abzusagen. In diesem Fall werden bereits geleistete Teilnahmebeiträge erstattet. Ein Anspruch des Teilnehmers auf Ersatz von eventuell anfallenden Stornierungs- oder Umbuchungsgebühren für vom Teilnehmer gebuchte Transport- oder Übernachtungskosten ist ausgeschlossen.

Veranstalter

Forum MedTech Pharma e.V.
Ansprechpartner: Sandra Karakaya (karakaya@medtech-pharma.de)

In Kooperation mit dem Cluster Mechatronik & Automation e.V., Augsburg, sowie der UnternehmerTUM GmbH, Garching

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