Forum MedTech Pharma e.V. Netzwerk für Innovationen in der Gesundheitsbranche


MedTech.Dialog.Bayern gestartet

 



Die Gesundheitswirtschaft gehört zu den wichtigsten Beschäftigungs- und Wachstumstreibern in Deutschland und Bayern. Demographischer Wandel, medizinisch-technischer Fortschritt und die zunehmende Digitalisierung bergen große Chancen und Potenziale für Wachstum und Beschäftigung – aber auch große Herausforderungen. Speziell die kürzlich in Kraft getretene europäische Medizinprodukteverordnung wird sich aufgrund verschärfter Anforderungen stark auf die mittelständisch geprägten bayerischen Medizintechnikunternehmen auswirken.

Die bayerische Staatsregierung hat daher einen Medizintechnikdialog initiiert, um mit Vertretern von Politik, Unternehmen, Leistungserbringern und Kostenträgern die aktuellen und zukünftigen Chancen und Herausforderungen zu erörtern sowie mögliche Lösungs- oder Unterstützungsansätze seitens der Politik herauszuarbeiten.
Hierbei sind das Wirtschafts- und das Gesundheitsministerium gleichermaßen eingebunden.

Die Auftaktveranstaltung für den MedTech.Dialog.Bayern fand im Rahmen des Kongresses MedTech Summit am 22. Juni auf der Medizintechnik-Messe MT-CONNECT in Nürnberg statt. In zwei Impulsvorträgen wurde zuerst inhaltlich an das Thema herangeführt: Dr. Bassil Akra vom TÜV SÜD erläuterte kurz die Implikationen der neuen Regulation für die Branchenakteure und Henning Franke von Roche Diagnostics erklärte, welche Möglichkeiten und Chancen sich durch die zunehmende Digitalisierung ergeben. Im Anschluss präsentierte das Forum MedTech Pharma die Ergebnisse einer Befragung der Akteure im Netzwerk. Darin wurden ebenfalls Regulation und Digitalisierung als die Themenbereiche mit den drängendsten Herausforderungen skizziert und ganz konkrete Erwartungen hinsichtlich möglicher politischer Unterstützung genannt.

Für die bayerische Staatsregierung unterstrich Franz Josef Pschierer, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, die Bedeutung der Medizintechnik für den Standort Bayern und erläuterte, durch welche politischen Maßnahmen Erfolg und Zukunftsfähigkeit der Unternehmen sichergestellt werden sollen. Peter Steiert, stellvertretender Amtschef im Gesundheitsministerium, schilderte die Rahmenbedingungen der Gesundheitsversorgung in Bayern, die wesentlichen Faktoren für ihr Gelingen und die Gestaltungsmöglichkeiten von Landespolitik. 

Für eine anschließende Podiumsdiskussion, moderiert von Prof. Dr. Michael Nerlich, Universitätsklinikum Regensburg, wurde die Runde der Referenten ergänzt durch Garrelt Schmidt, Peter Brehm GmbH, und Prof. Dr. Jochen Klucken, Universitätsklinikum Erlangen. Von verschiedenen Standpunkten aus analysierten und diskutierten die Teilnehmer die vielfältigen Herausforderungen, aber auch Potenziale für die Medizintechnik-Branche und das Gesundheitssystem. Von der zunehmenden Digitalisierung versprechen sich alle Parteien eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung, allerdings muss zügig die entsprechende Infrastruktur und innovationsfördernde Rahmenbedingungen geschaffen werden. Intensiv wurde die Frage diskutiert, inwieweit die neue europäische Regulation das Innovationsklima gefährdet und möglicherweise die Existenz vieler Unternehmen in der mittelständisch geprägten Branche bedroht. Einig war man sich darin, dass nur gemeinsam adäquate Lösungen für die drängendsten Herausforderungen gefunden und umgesetzt werden können. Daher wurden am Ende der Auftaktveranstaltung vier Expertengruppen ins Leben gerufen, um in den folgenden Bereichen Handlungsempfehlungen für die Branchenakteure und die Politik zu erarbeiten:
Implikationen der neuen europäischen Verordnungen

  • Klinische Bewertung und Klinische Studien
  • Innovation durch Digitalisierung
  • eHealth-Infrastruktur und Applikationen  

Die Ergebnisse, Lösungsvorschläge und Empfehlungen der Arbeitsgruppen werden auf dem MedTech Summit 2018 vorgestellt.