Branchen-Treff Additive Fertigung in der Medizintechnik

GE Additive Customer Experience Center
 

  Rückschau zum Branchen-Treff 

Am 12. Dezember 2018 fand ein Branchen-Treff zum Thema „Additive Fertigung in der Medizintechnik“ am GE Additive Customer Experience Center in Garching statt. Dabei beleuchteten Experten verschiedene Aspekte des Themas in Vorträgen, bevor vor Ort Additive Maschinen besichtigt werden konnten.

Der Leiter des ziemlich genau ein Jahr zuvor eröffneten Customer Experience Center, Dr. Matthew Beaumont, begrüßte die Gäste und betonte nochmals die Vorteile der Additiven Fertigung. Als Beispiel nannte er u. a. die Reduktion der benötigten Bauteile eines bestimmten Flugzeugteils von 855 auf zwölf.

Frank Reinauer von Karl Leibinger Medizintechnik stellte in einem Überblicksvortrag die Herausforderungen, die beim Einsatz dieser relativ neuen Fertigungstechnologien für Medizintechnik-Unternehmen bestehen, dar. Dazu zählt er insbesondere den Mangel an qualifiziertem Fachpersonal. Weitere Themen sind die speziellen Materialanforderungen in der Medizintechnik hinsichtlich Reinheit und Biokompatibilität, Aspekte der Datenverarbeitung und des Datenschutzes, Herausforderungen im Herstellungsprozess und hier insbesondere in der Nachbearbeitung, sowie den richtigen Umgang mit Regulations- und Zulassungs-Fragen. Hier sind nach seiner Meinung die Prüfmethoden und Themen bei Audits noch nicht ausgereift genug, und von Seiten der zuständigen Instanzen besteht noch eine eher misstrauische und zurückhaltende Haltung.

Daran knüpfte direkt der Vortrag von Dr. Andreas Leupold zu rechtlichen Fragestellungen an, die sich an verschiedenen Stellen im Fertigungsprozess ergeben, beginnend bei Design und Software-Workflow über Material-Kontrolle im Herstellungs-Prozess bis hin zum Post-Processing. Basierend auf der Guideline der FDA, empfiehlt sich in allen Schritten eine durchgängige und sorgfältige Dokumentation. Als wichtigen Punkt ergänzte er die Wahrung des Datenschutzes in Bezug auf Patientendaten. Ergänzt wurde dies durch Erläuterungen von Jan Hertwig, CADFEM Medical, zu Simulation im Zulassungsprozess – eine laut Hertwig von der FDA mehr und mehr gewünschte Methode.

Stephan Zeidler von GE Additive erläuterte abschließend nochmals den Gesamtprozess der Additiven Fertigung. Er betonte dabei, dass der Abschnitt „Additive Fertigung“ an sich nur einen kleinen Teil der Prozesskette darstellt. Viele weitere Schritte – von der Überlegung, welche Vorteile die Additive Fertigung im speziellen Fall bringt, über das Design und die Auswahl des geeigneten Verfahrens und Materials bis hin zum Post-Processing, das gerade in der medizintechnischen Anwendung eine große Rolle spielt – sind zu berücksichtigen. Damit griff er auch ein eingangs getätigtes Statement auf, dass der Begriff „3D-Druck“ zu vereinfacht und daher irreführend für den komplexen Fertigungsprozess ist.
 
Im Anschluss an angeregte Diskussionen zu den Vorträgen nahmen die ca. 75 Teilnehmer aus Medizintechnik-Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie von Material- und Maschinen-Herstellern unter der fachkundigen Betreuung der Mitarbeiter von GE Additive verschiedene Maschinen der GE-Töchter Concept Laser und Arcam in Augenschein. Zum Ausklang gab es beim Get-together weitere angeregte Gespräche.

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