Ausgabe Nr. 6/2010 (10. November)

Veranstaltungen



Gemeinschaftsstand auf der MEDICA 2010

MEDICA 2010 Düsseldorf, 17. - 20. November 2010
Auch dieses Jahr ist das Forum MedTech Pharma e.V. mit einem Gemeinschaftsstand (Halle 3, Stand E 92) auf der MEDICA vertreten. Folgende Mitglieder sind auf dem Gemeinschaftsstand als Aussteller dabei und freuen sich auf Ihren Besuch:

Darüber hinaus stellen zahlreiche weitere Mitglieder auf der MEDICA 2010 aus, u. a. auf dem Gemeinschaftsstand der Bayern Innovativ GmbH.



 Workshop "Zertifizierung im Bereich der telemedizinischen Versorgung"

Vakzine

Telemedizinische Dienste und Einrichtungen unterstützen und ergänzen zunehmend die etablierten Infrastrukturen bei der Versorgung chronisch kranker Patienten. Um den Anforderungen von Seiten der Patienten und den gesetzlichen Vorgaben für Medizinprodukte gerecht zu werden, entscheiden sich immer mehr telemedizinische Zentren und Gesundheitseinrichtungen mit telemedizinischen Arbeitsbereichen für eine Zertifizierung. Diese Bestätigung der Konformität durch eine neutrale Stelle bedeutet außer der Qualitätssicherung auch einen Wettbewerbsvorteil.

Der Workshop führt in die Zertifizierungsverfahren und die rechtlichen Grundlagen ein und präsentiert erfolgreiche Projekte aus der Praxis.

13. Dezember 2010, Nürnberg

Veranstaltungen des Forum MedTech Pharma



 Rückblick: Fachtagung "Kommunales Krankenhausmanagement"

Fachtagung Krankenhausmanagement
  • Von der öffentlichen Daseinsvorsorge zur Dienstleistung
  • Wohnortnahe Patientenversorgung durch regionale Vernetzung
  • Fachtagung mit 110 Teilnehmern in Nürnberg

In der deutschen Krankenhauslandschaft werden immer mehr kommunale Krankenhäuser durch private Träger übernommen. Das Statistische Bundesamt zählte für 2009 erstmals 663 Kliniken in privater und 649 in öffentlicher Trägerschaft. Letztere tragen aber mit rund der Hälfte der 503.000 deutschen Krankenhausbetten nach wie vor die Hauptlast der stationären Gesundheitsversorgung. Die Fachtagung "Kommunales Krankenhausmanagement" des Forum MedTech Pharma e.V. widmete sich im Rahmen der bayerischen Cluster-Aktivitäten der Frage, wie kommunale Krankenhäuser langfristige, tragfähige Strukturen schaffen können, um in der heutigen und zukünftigen Krankenhauslandschaft zu bestehen.

In seinem einführenden Vortrag unterstrich Ministerialrat Horst Seifert vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, dass kommunale Krankenhäuser durchaus konkurrenzfähig sind, wenn sie auf eine zeitgemäße, unternehmerische Führung setzen und Kostenvorteile durch Kooperationen mit anderen Häusern nutzen.

Veranschaulicht wurde diese Aussage u. a. von Andreas Ruland von den Kliniken Oberallgäu, einem seit mehreren Jahren erfolgreich operierenden Klinikverbund und Dr. Thomas Bahr von der UGOM GmbH aus Amberg. Das Netzwerk aus Ärzten, Kliniken und Versorgungszentren setzt auf Synergien in der regionalen medizinischen Vollversorgung, damit "nicht mit Krankheiten, sondern mit Gesundheit Geld verdient wird." Hierfür wurden einheitliche, sektorübergreifende Kommunikationsstrukturen und Qualitätsstandards geschaffen.

Für Dr. Alfred Estelmann vom Klinikum Nürnberg, einem der größten kommunalen Krankenhäuser Europas, bedeutet öffentliche Daseinsvorsorge auch, Menschen ohne Krankenversicherung oder mit "finanziell unattraktiven Krankheitsbildern" zu versorgen. Dazu gehören auch Einrichtungen und Personal für Notfälle und die Ausbildung von Fachkräften über den eigenen Bedarf hinaus. Obwohl diese Faktoren zu defizitären Leistungsergebnissen führen, sieht Estelmann keinen Widerspruch zwischen Daseinsvorsorge und wirtschaftlichem Erfolg und nutzt die gemeinwohlorientierte Zielsetzung auch als Marketingvorteil.

Fachtagung KrankenhausmanagementEine weitere Herausforderung für das Krankenhauswesen wird sich aus dem demographischen Wandel vor allem im Hinblick auf die Versorgungsdichte ergeben. Dr. Udo Janßen vom Deutschen Krankenhausinstitut e.V. zeigte, Bevölkerungsalterung konzentriert sich in schrumpfenden Regionen; gerade hier benötigen alte Menschen aber angemessene gesundheitliche Dienstleistungen. Aufgrund des Fachkräftemangels ist schon heute in diesen Gebieten eine flächendeckende Versorgung nicht mehr sichergestellt. Würde hier das nächste Krankenhaus der Grundversorgung schließen, wäre die Verschlechterung der Erreichbarkeit kaum mehr zu verantworten.

Programm und Download der Vorträge für Teilnehmer und Mitglieder...



 Fachtagung "Innovative Medizintechnik in der Rehabilitation"

Fachtagung RehabilitationMedizinische Rehabilitation wird aufgrund der demographischen Entwicklung und einer damit verbundenen Zunahme chronischer und geriatrischer Krankheiten eine wachsende Bedeutung in der Gesundheitsversorgung gewinnen. Gemeinsam mit der IHK Würzburg-Schweinfurt lud das Forum MedTech Pharma Fachleute aus Forschung und Entwicklung sowie Anwender aus Klinik und Reha-Einrichtungen auf die Festung Marienberg nach Würzburg, um in einem interdisziplinären Umfeld technische Innovationen aus Robotik, Neuro-Prothetik und Telematik vorzustellen und zu diskutieren.

Prof. Dr. Robert Riener vom Sensory-Motor Systems Lab der ETH Zürich, erläuterte anhand aktueller Entwicklungsprojekte die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Robotern in einer Rehabilitationsklinik der Zukunft. So führen multimodale Applikationen, eingebunden in eine virtuelle Realität, zur Steigerung von Patientenmotivation und Therapieeffizienz.

Bei der Therapie neurogener Störungen stellt die Schnittstelle zwischen Mensch und Technik eine besondere Herausforderung dar. Im Bereich Neurostimulation präsentierte Prof. Dr. Jens Ellrich die bei der cerbomed GmbH in Erlangen entwickelte Epilepsie-Therapie durch transkutane Elektrostimulation des Vagusnerv in der Ohrmuschel. Ohne operativen Eingriff kann so vor allem Patienten geholfen werden, die auf gängige Arzneimitteltherapien nicht ansprechen.

Fachtagung RehabilitationIm abschließenden Themenblock wurde u. a. aufgezeigt, wie telematische Systeme die Therapie von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz oder nach einem Schlaganfall unterstützen können.

Neben dem fachübergreifenden Austausch bot sich den rund 65 Teilnehmern in den Pausen auch die Gelegenheit, an ein automatisiertes Therapiegerät selbst "Hand" anzulegen.

Programm und Download der Vorträge für Teilnehmer und Mitglieder