Digitale Prozesse und intelligente Fertigung: 

 © Prof. Johner Mit neuen Lösungsansätzen den Wandel zur Industrie 4.0 effizient gestalten

Autorinnen: Stefanie Brauer & Raphaela Wallner | Forum MedTech Pharma e.V.


Die digitale Transformation macht auch vor der Medizintechnik nicht Halt - angefangen bei der Digitalisierung einzelner Fertigungsprozesse und
-maschinen bis hin zu einem digitalen Netzwerk-System, das die Prozesse miteinander verbindet. Derzeit widmet die Branche dem Thema Industrie 4.0 mehr Aufmerksamkeit als je zuvor. Viele Projekte laufen bereits, andere sind in der Planung. Welche Lösungsansätze und positiven Effekte gibt es schon? Wie verändern sich Produktions- und Prozessabläufe durch den digitalen Wandel? Und welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf Medizintechnikunternehmen? 

3D-Druck auf dem Vormarsch 
Neben traditionellen Herstellungsverfahren werden zunehmend neue Technologien zur Entwicklung von Medizinprodukten eingesetzt, wie z. B. der 3D Druck. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig: 3D-gedruckte Kieferprothesen, Hörgeräte, chirurgische Instrumente und medizinische Implantate sind bereits Realität. Bestehende Druckverfahren werden ständig optimiert und neue werden entwickelt. So nimmt die Anzahl der verfügbaren biokompatiblen Materialien stetig zu und der Anwendungsbereich wird erheblich erweitert. Derzeitige Forschungen untersuchen, inwieweit menschliche Zellen als Materialien zum Drucken von Organen und Geweben zu verwenden sind und inwieweit mittels Trägerstrukturen diese gedruckt werden können. Obwohl hierzu schon beeindruckende Ergebnisse erzielt wurden, befindet sich diese medizinische Innovation noch in der Forschungsphase. 

Personalisierte Medizinprodukte aus dem 3D-Drucker 
Der 3D-Druck bietet besonders im Bereich der Fertigung von individualisierten Medizinprodukten und medizinischen Geräten großes Potenzial. So können z. B. komplexe, kundenspezifische Lösungen auf vereinfachte, kostengünstige und automatisierte Weise bereitgestellt werden. Die damit einhergehende Effizienzsteigerung ist Teil des Prozesses. Maßgeschneiderte Lösungen kommen der Behandlung von Patient:innen zugute. Für individuelle Behandlungen und damit eine personalisierte Medizin sind neue Herstellungsverfahren wie der 3D Druck und eine konsistente Digitalisierung der Prozesskette unerlässlich. Dies gilt vor allem auch für die Bereiche Diagnose, Therapie und Medizinprodukte. Zur Herstellung von personalisierten Medizinprodukten sind ebenso wie bei der Fertigung von Serienprodukten hohe Qualitätsanforderungen zu berücksichtigen. So stehen Patientensicherheit und Transparenz bei der Fertigung an oberster Stelle. Gleichzeitig stellt der hohe regulatorische Rahmen die Hersteller vor besondere Herausforderungen: Ab welchem Grad ist das Medizinprodukt ein Individualprodukt und kein Serienprodukt mehr? Wie kann sichergestellt werden, dass das maßgeschneiderte Produkt tatsächlich die gleiche oder eine bessere Wirksamkeit aufweist als die handelsüblichen Vergleichsprodukte aus der Serienproduktion?
Produktionstechniken wie der 3D-Druck funktionieren nur in Symbiose mit der Digitalisierung. Die Weiterentwicklung geht nur Hand in Hand und ermöglicht bislang ungeahnte Innovationen.
 

Digital Processes & Smart Manufacturing auf dem MedtecSUMMIT 2021
Auf dem internationalen Medizintechnik-Kongress MedtecSUMMIT, der im Verbund mit der Fachmesse MedtecLIVE vom 20 - 22. April 2021 virtuell stattfindet, greifen renommierte Expert:innen in der Scientific & Clinical Session "Digital Processes and Smart Manufacturing" genau diese Themen auf. Das Fraunhofer IPT entwickelt Fertigungstechnologien und Prozessketten, wie z. B. für die Verarbeitung von Zellkulturen, die digitale Prozesse vor besondere Herausforderungen stellen. Ferdinand Biermann, Leiter des Geschäftsfeldes Life Science Engineering des Fraunhofer IPT, gibt am 21.04. ab 10:30 Uhr einen Überblick über die digitale Prozesskette zur Herstellung von Medizinprodukten. Er betont „Digitalisierung befasst sich nicht nur mit dem einzelnen Prozess, sondern es bedeutet auch Schnittstellen zu schaffen, sodass eine Kommunikation entlang der gesamten Prozesskette stattfinden kann.“
Antti Virtanen, Vertriebsleiter bei Innokas Medical Ltd., referiert darüber, wie neue Fertigungstechnologien in der regulierten MedTech-Welt effektiv ausgewählt und implementiert werden können. Mit Patricia Graf von der Aesculap AG können Zuhörer:innen die Hindernisse diskutieren, die es gilt zu überwinden, um die Qualitätskontrolle in die digitale Prozesskette zu integrieren. Mit einem Blick in die Zukunft der Fertigung, schließt Benedikt Altmann, der bei der toolcraft AG für Konstruktion und Simulation in der Additiven Fertigung verantwortlich ist, die Session von 12:00 - 12:30 Uhr ab. Moderatorin der Vortragsreihe ist Tina Johnscher, Koordinatorin der Themenplattform Digitale Produktion & Engineering bei der Bayern Innovativ GmbH.

  Mittwoch, 21. April 2021 | 10:30 - 12:30 Uhr     

Moderation: Tina Johnscher (Bayern Innovativ GmbH)


10:30 - 11:00 Ferdinand Biermann
(Geschäftsfeldleiter Life Science Engineering @ IPT Fraunhofer)

Digital Process Chain used for the Production of Medical Products
11:00 - 11:30 Antti Virtanen
(Head of Sales @ Innokas Medical Ltd.)

The future of MedTech production: How to effectively control the implementation and selection of new manufacturing technologies in regulated MedTech world?
11:30 - 12:00 Patricia Graf
(Team Manager R&D Innovative Materials & Technologies @ Aesculap AG)
Challenges in 3D-Printing: process chains and data management for series production
12:00 - 12:30 Benedikt Altmann
(Engineering and Simulation Additive Manufacturing @ MBFZ toolcraft GmbH)
A Small Glance towards the Future of Manufacturing

 

Mittwoch, 21. April 2021 | 15:30 - 17:00 Uhr     

Moderation: Christian Bay (University Bayreuth) & Ekaterina Léaustic (Messe Augsburg ASMV GmbH)

 
15:30 -15:45 Christian Bay
(Managing director of research center of Campus Additive innovations @ University Bayreuth)
Ekaterina Léaustic 
(Project director EXPERIENCE ADDITIVE MANUFACTURING @ Messe Augsburg ASMV GmbH)

Introduction
15:45 - 16:00 Volker Junior
(CEO @ Phoenix GmbH & Co. KG)

tba
16:00 - 16:15 Laura Kastenmayer
(Industry & Customer Project Manager Medical @ TRUMPF Laser- und Systemtechnik GmbH)
tba
16:15 - 16:30 Marcin Szymański
(Product Manager @ Vshaper Sp.
z o. o.)
3D Printing as a Technology of the Future for the Medical Industry – Real Study Case
16:30 - 16:45 David Miller
(Head of Program Management @ Robert Hofmann GmbH)
Additive Manufacturing of Medicine Products made out of Metal and Plastics – form Follows Function, Combined with a Homogeneous and Perfect Appearance with suitable Post Processing
16:45 - 17:00
Christian Bay
(Managing director of research center of Campus Additive innovations @ University Bayreuth)
Ekaterina Léaustic
(Project director EXPERIENCE ADDITIVE MANUFACTURING @ Messe Augsburg ASMV GmbH)
Wrap-Up

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