Forum MedTech Pharma e.V. Netzwerk für Innovationen in der Gesundheitsbranche

Interview mit dem neuen Geschäftsführer Dr. Jörg Traub

Herr Dr. Traub, seit knapp vier Wochen leiten Sie nun die Geschäfte des Forum MedTech Pharma und das Spezialisierungsfeld Gesundheit bei der Bayern Innovativ. Sind Sie – trotz turbulenter Zeiten durch Corona gut angekommen?  

Es waren sehr turbulente Wochen, vor allem durch die externen Bedingungen. Durch das wundervolle Team und die tollen Projekte und Aktivitäten bin ich hier schnell reingekommen. Ich hatte das Glück, von meinem Vorgänger, Dr. Matthias Schier, eine sehr detaillierte Übergabe zu bekommen, und bin trotz oder gerade wegen der externen Umstände sehr motiviert. Wir arbeiten mit dem gesamten Team an sehr guten und zukunftsweisenden Projekten, vor allem im Hinblick einer Weiterentwicklung des Serviceangebotes des Forum MedTech Pharma für seine Mitglieder. Von dem gesamten Team der Geschäftsstelle wurde ich gut aufgenommen. 

Was hat Sie bewogen, sich für die Stelle zu bewerben?

Eine meiner großen Leidenschaften ist schon seit langer Zeit das Vernetzen zwischen Wissenschaft, Medizin und Unternehmen, um neue Ideen und Technologien voranzubringen und eine Projektbasis zu schaffen. Das geschieht aktiv durch Veranstaltungen, über Empfehlungen und Vernetzungen, all das was eigentlich die letzten 23 Jahre im Forum MedTech Pharma aktiv gemacht wurde. Da existiert eine wunderbare Basis, auf der man aufbauen kann. Und die Tätigkeiten, die bei mir bisher immer in meiner Freizeit stattgefunden haben, jetzt auch zum Hauptberuf machen zu können, ist eine tolle Sache. 

Seit wann kennen Sie das Forum MedTech Pharma und woher?  

Das geht ins Jahr 2010 zurück, als wir mit der damals neu gegründeten Firma SurgicEye eben genau solche Netzwerke und Verbindungen gesucht haben, sowie nach einer Möglichkeit, bei Veranstaltungen, vor allem bedeutenden Messen, ein größeres Sprachrohr und öffentliche Wahrnehmung zu bekommen. Ich kann mich noch genau erinnern, dass wir hier als Mitglied des Forum MedTech Pharma sehr aktiv die Unterstützung erlebt haben und zielstrebig in Themen, von denen wir bis dahin keine Ahnung hatten, vorangekommen sind. Ich selbst war auch Referent bei Veranstaltungen, u.a. zum Thema Innovationsmanagement, und immer wieder mit anderen Netzwerkpartnern und der Geschäftsstelle in Kontakt.

Welche Synergieeffekte brachte in Ihren Augen die Mitgliedschaft beim Forum MedTech Pharma?

Zum einen ist es eine Plattform für die Vernetzung und für Dienstleistungen. Zum anderen ist es eine Anlaufstelle für Unternehmen, die Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen suchen. Über das Forum MedTech Pharma bekommt man gezielt Hilfe und findet mit vertrauensvollen Partnern aus dem Netzwerk auch einen individuellen Lösungsweg. Sowohl die inhaltliche Stütze, als auch die direkte Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Netzwerk, bieten den Mitgliedern Sicherheit bei der Weiterentwicklung und Umsetzung von Innovationsvorhaben. Man kann gemeinsam Größeres erreichen, Ressourcen teilen bzw. schonen und auch grundlegende Probleme adressieren. Der gezielte und moderierte Austausch zwischen Wissenschaft, Kliniken, Unternehmen und Politik schafft die Translation von Wissen in die Realität.

Welche mittel- und langfristigen Ziele verfolgen Sie für die Gestaltung der Zukunft unseres Netzwerks?

Als erstes geht es nicht darum, eine Änderung des Forums zu gestalten, sondern mir ist ganz wichtig, dass das Forum mit all den guten Aktivitäten der vergangenen 23 Jahre fortgeführt wird. Mein persönlicher Wunsch für das Forum ist, zu einem dauerhaften und unabhängigen Vernetzer zu werden, der zukunftsweisende Projektarbeit mit initiiert und diese im Interesse der Mitglieder strukturell begleitet. Eine themenübergreifende Begleitung von translativen Vorhaben sollte das Ziel des Forums sein, um den Innovationsstandort und die Innovationsstandards kontinuierlich weiterzuentwickeln, zu fordern und zu fördern.
Dies ist vor allem durch das Durchführen von Expertenkreisen, Zusammensetzen von Konsortien, integrierte Vernetzen und die fachübergreifende Verbindung außerhalb der etablierten Fachkongresse möglich. Dabei wollen wir immer die Neutralität und die Chancengleichheit für alle Mitglieder bewahren.

Was kann das Netzwerk seinen Mitgliedern in der gegenwärtigen Corona-Krise bieten? 

Das Forum wird für seine Mitglieder eine Plattform für den Austausch bieten und Konzepte für die Weiterentwicklung in und nach der Krise bereitstellen. Es ist wichtiger denn je, einen moderierten Austausch zu führen und gemeinsam Änderungen voranzubringen. Insbesondere steht hier im Fokus, digitale Formate zu ermöglichen. 

Möchten Sie uns verraten, was Sie unter guter Mitarbeiter-Führung verstehen? 

Das allerwichtigste ist die Wertschätzung, von dem, was jeder Einzelne einbringt und macht. Ich hatte bisher immer das Glück, dass ich mit sehr talentierten, zuverlässigen und selbstorganisierten Personen zusammenarbeiten durfte, so auch mit Team der FMP Geschäftsstelle. Das Wichtigste für mich ist immer gegenseitiges Vertrauen, Ehrlichkeit und eine Weiterentwicklung der Mitarbeiter.

Gibt es etwas, was Sie im Leben besonders inspiriert? 

Das Größte was mich inspiriert, ist die Familie. Meine Frau und meine Kinder, die mir täglich andere Perspektiven zeigen und auch die Flexibilität geben, gerade jetzt in der schweren Situation. Auf der anderen Seite sind es auch immer Inspirationen von einzelnen Personen, wie die Begleiter während meiner Promotion z.B. Prof. Nassir Navab oder in meiner ersten Firma z.B. Prof. Michael Friebe, die immer mit inhaltlichen, zukunftsorientierten Themen an die Sachen rangegangen sind - vorausschauend und visionär. Generell zu sehen, wie Menschen, Kollegen und Mitarbeiter mit unterschiedlichen Ansätzen an Dinge rangehen, das finde ich inspirierend. 

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit, wenn sie nicht gerade durch Corona-Auflagen eingebremst wird? 

In erster Linie sind es Aktivitäten mit der Familie. Weiterhin mache ich gerne Sport, vor allem Hobbyfußball, Fahrradfahren, Ausflüge im Winter und im Sommer in die Berge, sowie reisen. 

Welche Lebensweisheit möchten Sie unseren Lesern gerne mitgeben? 

Niemals das kindliche Interesse an Neuem verlieren. Das Wichtigste ist, das Interesse und die Leidenschaft nie zu verlieren, neue Dinge zu entdecken und zu lernen.

Können Sie diesen Satz bitte vervollständigen: „Das Forum MedTech Pharma ist d a s Netzwerk der Gesundheitsbranche weil …“ 

… die Mitglieder, der Vorstand und die Geschäftsstelle mit Herz und Hirn an der Vernetzung der Branche arbeiten.

 

Das Interview führte Raphaela Wallner am 24.04.2020

Berufliche Stationen von Dr. Traub


  • Studium mit Abschluss Diplom Informatiker an der TU München
  • Promotion an der Fakultät für Informatik, TU München mit Zweitbetreuern aus der medizinischen Fakultät
  • Gründung der Firma SurgicEye GmbH mit Partnern und Aufbau als CEO über 11 Jahre bis zum Verkauf
  • Begleitung weiterer Firmen u.a. iSYS Medizintechnik GmbH (medizinische Robotik) und Piur Imaging GmbH (3D Ultraschall) in der strategischen und Marktentwicklung
  • Vorlesung „Ideen- und Innovationsgenerierung im Bereich Gesundheit“ an der TU München in enger Zusammenarbeit mit klinischen Kollegen am Klinikum rechts der Isar, Klinikum der LMU und Klinikum Pasing