Kernaussagen

PlenarvorträgeMedizintechnik ist ein hochentwickelter Hightech-Sektor, der laufend neue Entwicklungen hervorbringt, für noch schonendere und gezieltere Behandlung von Patienten und für weitere Erhöhung der Effizienz im Gesundheitswesen.

Der internationale Kongress mit starker wissenschaftlicher Beteiligung hat sich als wichtiger Treffpunkt für die Gesundheitsbranche etabliert. Im Rahmen der Eröffnung betonte Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch im Video-Interview mit Prof. Dr. Josef Nassauer die Bedeutung des Kongresses als Plattform für Forscher, Entwickler, Hersteller, Zulieferer, Dienstleister, sowie Medizinische Anwender und Kostenträger.

65 Vorträge im Plenum, in drei parallelen Themenreihen und einem Workshop gaben einen höchst informativen Einblick in neueste Entwicklungen.

Ausgeprägt war wieder die Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Dessen Symposium Medi-WING war erneut in das Programm integriert. Mit dem m4 munich biotech cluster, dem Medical Valley EMN und MicroTec Südwest präsentierten sich zudem drei der BMBF-Spitzencluster.

NerlichDas Plenum befasste sich mit effizienter Gesundheitsversorgung. Innovative Medizintechnik trägt dazu bei, die Kosten im Gesundheitswesen zu senken und die Effizienz in der Gesundheitsversorgung zu erhöhen. Trends wie die personalisierte Medizin im Pharma-Bereich oder Systemkonvergenzen hin zum Komplettanbieter auf Versorgerseite gilt es genau zu betrachten und deren Auswirkungen letztlich durch intensive gesundheitsökonomische Begleitforschung zu evaluieren. Bei all diesen Diskussionen darf jedoch der unmittelbare Nutzen für den Patienten nicht außer acht gelassen werden, so Prof. Dr. Michael Nerlich, Vorstand der Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Regensburg und Vorstandsvorsitzender des Forum MedTech Pharma, deutlich machte.

KallooFortschritte in der Chirurgie sind heute untrennbar mit Innovationen in Minimal-invasiver Chirurgie & Endoskopie verbunden. Minimalinvasive Eingriffe, zum Teil über natürliche Körperöffnungen (NOTES), schonen die Patienten und reduzieren Behandlungskosten. Miniatur-Kameras mit ausgezeichneter Bildqualität unterstützen bei der Endoskopie. Neuro-Endoskope, wie die von der Karl Storz GmbH, verbessern deutlich die Qualität von Hirntumor-Operationen. Laut Prof. Dr. Anthony Kalloo vom Johns Hopkins Hospital in Baltimore haben diese Techniken noch großes Zukunftspotential.

Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik sind ein weiterer Treiber für Innovationen. Smart Medical Devices unterstützen Körperfunktionen, wie z.B. Cochlea-Implantate die beeinträchtigte Hörwahrnehmung im Innenohr oder Netzhaut-Implantate, die bei Blinden das Sehvermögen wieder herstellen können. Neue Wege sind auch die Hirnstimulation zur Behandlung von Erkrankungen wie Parkinson und Multiple Sklerose oder die Rückenmarksstimulation gegen Schmerz oder Inkontinenz.

BoccacciniIn einer alternden Gesellschaft nimmt der Verschleiß von Gelenken, Knochen und Knorpel stark zu den Biomaterialien mit zellbasierten Techniken zur Rekonstruktion von Geweben kommt deshalb eine immer größere Bedeutung zu, wie Prof. Dr. Aldo Boccaccini von der Universität Erlangen darlegte. Er gab einen Überblick über vielversprechende regenerative Verfahren, wie die Transplantation körpereigener Zellgewebe oder die Herstellung textiler Implantate aus Seide.

Miniaturisierung, leichte Anwendbarkeit und schnelle Ergebnisse sind auch Trends in Diagnostics. Die Diagnostik am „Point of Care“ ist eine Technik, die außerhalb eines Zentrallabors die Untersuchung von Körperflüssigkeiten ohne weitere Probenvorbereitung ermöglicht. Mit POC-Tests lassen unabhängig vom Standort schnellere Diagnosen stellen und lebenswichtige Vitalparameter erfassen lassen.

Die Themenreihe Targeted Therapies informierte eindrucksvoll über eine vielversprechende Strategie zur Behandlung von Tumoren. Neuartige Arzneimittel richten sich gezielt gegen spezifische Eigenschaften von Krebsgewebe und schonen dabei das gesunde Gewebe. Neue Diagnoseverfahren ermöglichen zielgerichtete individuelle Therapien.

SankaiDie Digitalisierung hat die Abläufe besonders in den Krankenhäusern revolutioniert. Ob digitale Verwaltungssysteme, hochentwickelte Bildgebungsverfahren, neue Operationstechniken, Personalisierte Medizin, Point-Of-Care-Testing oder Telemedizin - die letzten Jahre brachten beeindruckende Fortschritte in Therapie und Pflege. Damit lassen sich die Patientenversorgung verbessern und Kosten sparen. In der Reihe Future Hospital zeigte Prof. Yoshiyuki Sankai von der Universität Tsukuba, Japan, den futuristisch anmutenden Roboter-Anzug HAL (Hybrid Assistive Limb), der über Hirnsignale gesteuert wird und bewegungsunfähigen bzw. sehr stark -eingeschränkten Patienten erstaunliche Erfolge bei der Rehabilitation ermöglicht.

Ein Workshop zu Regulatorischen Anforderungen und Kostenerstattung rundete das Programm ab. In einer begleitenden Ausstellung präsentierten über 100 Aussteller ihre innovativen Produkte, 25 Wissenschaftler stellten in einer Posterausstellung ihre Forschungen vor.

Einen Höhepunkt bildete der Staatsempfang am Abend des ersten Kongresstages auf der Nürnberger Kaiserburg mit von Dr. Thomas Bauer, Regierungspräsident von Mittelfranken.

Ausstellung MedTech Pharma 2012 Presserundgang Staatsempfang MedTech Pharma 2012