| Ausgabe Nr. 4/2007 (9. August) | Übersicht Impressum |
Im Rahmen des Clusters Medizintechnik organisiert das Forum MedTech Pharma e.V. Cluster-Treffs. Ein Unternehmen ist Gastgeber
für Vertreter anderer Unternehmen oder Forschungseinrichtungen.
Ziel und Inhalt der Treffen ist:
Die nächsten Cluster-Treffs finden bei folgenden Unternehmen statt:
Ziehm Imaging GmbH
19. September 2007
Nürnberg >>> Programm- und Anmeldeseite
GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
18. Oktober 2007
Neuherberg
Veranstaltungsort: Residenz, Würzburg
Datum: 10. Oktober 2007
Themenschwerpunkte:
Veranstaltungsort: Hanns-Seidel-Stiftung, München
Datum: 24. Oktober 2007
Themenschwerpunkte:
Eingebettet in die Medizintechnik-Region Würzburg mit ca. 70 innovativen
Firmen, 40 Krankenhäusern und zahlreichen Forschungsinstituten, hat sich aus
der 1952 gegründeten Firma Jaeger seit 2001 zugehörig zur amerikanischen
Firma Viasys Healthcare ein Global Player entwickelt. Viasys nimmt im Markt der
Lungenfunktions-Diagnostik mit den Jaeger-Produkten eine weltweite Spitzenstellung
ein. Zusätzlich bedient Viasys von Höchberg aus den europäischen
Markt mit dem Sortiment der amerikanischen Schwester-Unternehmen. Geräte
für die Neuro-Diagnostik, die Schlaf-Diagnostik und die Intensivbeatmung
gehören dazu. Mehr als 150 Arbeitsplätze sind in den letzten 12 Monaten entstanden.
Zusätzlich wurde ein neues Logistikzentrum mit 16.000 qm Fläche in
Betrieb genommen. Durch die internationale Ausrichtung von Viasys und der
weltweit steigenden Nachfrage im Bereich der Lungenfunktions-Diagnostik
entwickelte sich ein großer Bedarf an zusätzlichen, innovativen Zulieferern von
Baugruppen und Komponenten, an Logistikspezialisten und an externen Entwicklungspartnern
im Bereich Sensorik.
Daher trafen sich Experten aus diesen Bereichen im Rahmen des
Cluster-Treffs Medizintechnik am 20. Juni 2007 bei
der Firma Viasys. Geschäftsführer Ralf Lother und ein
hochrangiger Stab von Mitarbeitern präsentierten das
Portfolio von Viasys, insbesondere auch das Geschäftsfeld
Viasys Clinical Services VCS, welche die
technische Betreuung klinischer Studien für Pharmahersteller
umsetzt. Durch die weltweite Vernetzung kommen so
in einer derzeitigen Studie 700 Geräte in 52 Ländern zum Einsatz.
Zu den rund 30 Teilnehmern des Cluster-Treffs zählten u. a. sowohl die Firmen
Corscience, Oechsler und Combase als auch Vertreter vom Forschungszentrum
Magnet-Resonanz-Bayern e.V.. Die Einbindung der Cluster Logistik und Sensorik
in den Medizintechnik-Treff ermöglichte eine optimale Abdeckung des gesuchten
Portfolios der Firma Viasys. In der lebhaften Diskussion und in intensiven Gesprächen
konnten noch vor Ort erste Ideen und Schritte im Hinblick auf neue zukünftige
Kooperationen erörtert werden.
Die Einführung der Pauschalvergütung in nahezu allen Bereichen der Medizin
stellt auch die Labordiagnostik vor neue Herausforderungen. Analysen sind nicht
nur hochwertig und schnell sondern auch kostengünstig anzubieten. Sowohl
im Krankenhaus als auch im niedergelassenen Bereich führte diese Vorgabe
in den letzten Jahren zu einer zunehmenden Automatisierung des Laborablaufs
und einer Integration auf wenige Multifunktions-Plattformen. Bereits
bei der Entwicklung neuer diagnostischer Verfahren spielt daher die mögliche
Automatisierbarkeit eine wichtige Rolle.
Auf der vom Forum MedTech Pharma e.V. am 4. Juli 2007 in München veranstalteten
Fachtagung Diagnostics Automatisierte Verfahren befassten sich
Hersteller sowie Anwender mit aktuellen Automationslösungen und innovativen
Entwicklungen auf den verschiedenen Gebieten der In-vitro-Diagnostik.
Im Bereich Molekulare Diagnostik präsentierte unter anderem Dr. Christian
Popp vom Institut VirionSerion, Würzburg, ein neues Nachweisverfahren für
HIV-Infektionen. Eine groß angelegte Studie bestätigte die marktreife
Performance des entwickelten Testsystems, welches
erstmals einen quantitativen und simultanen
Nachweis verschiedener HIV-Typen mit vollautomatisierter
Auswertung ermöglicht. Neue Entwicklungen in der
so genannten Point-of-Care-Diagnostik wurden
von Adrian von Sigriz, Roche Diagnostics GmbH, Mannheim, vorgestellt. Hierbei findet die Analyse einer Probe mittels
tragbarer Systeme unmittelbar am Ort der Versorgung, z. B. auf der Kranken- oder
Intensivstation statt. Er präsentierte unter anderem ein in der Entwicklung
befindliches System, das eine kontinuierliche Messung von Blutzucker
während einer Operation einschließlich automatisierter Insulindosierung ermöglicht.
Ein weiterer thematischer Schwerpunkt lag auf der speziell in Deutschland vorhandenen
Konkurrenzsituation zwischen den Zentrallaboren im Krankenhaus,
die eine 24-stündige Dienstbereitschaft zu vergleichsweise hohen
Kosten bereitstellen müssen und niedergelassenen Versorgungszentren mit
häufig industrieähnlichen Strukturen.
Die 140 Teilnehmer nutzten neben den Vorträgen auch die
begleitende Fachausstellung, um sich über neue Technologien
zu informieren, neue Kontakte zu knüpfen und Entwicklungsprojekte
mit anderen Experten zu diskutieren.
Als das Nobelkomitee für Physik im Jahre 1901 Wilhelm Conrad Röntgen für seine Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen auszeichnete, wurde der
erste entscheidende Meilenstein für Medizinische Bildgebung honoriert, dem viele weitere folgten. Mit einem umfassenden Überblick über mehr als 100 Jahre
Bildgebung, zusammengestellt von Professor Werner Bautz, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik Erlangen, wurden 150 Experten aus Medizintechnik und Klinik
auf eine Reihe spannender Präsentationen im Rahmen der Fachtagung Innovationen in der Medizinischen Bildgebung, die das Forum MedTech Pharma am 13. Juli in
Erlangen durchführte, eingestimmt.
Innovative Ansätze sind gerade bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung klassischer Röntgensysteme, den Arbeitspferden für die klinische Diagnose und
Qualitätssicherung, von großer Bedeutung. Dr. Jörg Ströbel von Ziehm Imaging GmbH präsentierte die neueste Generation mobiler C-Bögen, die hochaufgelöste
3D-Darstellung, einfaches Handling und intuitive Benutzerschnittstellen mit der Flexibilität eines mobilen Gerätes verbinden und so die Basis für Qualitätssicherung
bereits im OP bilden. Genau diese Anforderungen hatte zuvor Professor Dierk Vorwerk vom Klinikum Ingolstadt aus Sicht des klinischen Anwenders formuliert.
Beeindruckende Fortschritte in der Magnetresonanz-Tomographie haben dieses Verfahren, das ganz ohne ionisierende Strahlung auskommt, mittlerweile auch für
eine breite Anwendung in der kardialen Diagnostik nutzbar gemacht. Okan Ekinci von Siemens AG Medical Solutions demonstrierte anhand zahlreicher klinischer
Bilddaten die diagnostische Aussagkraft der MR-Bilder und diskutierte die gegenwärtigen Grenzbereiche hinsichtlich räumlicher und zeitlicher Auflösung sowie die
zu erwartende Leistungsfähigkeit der nächsten Gerätegenerationen.
Auch im Bereich der Ultraschall-Bildgebung waren die Teilnehmer von den neuen Möglichkeiten der 3D- und 4D-Darstellung beeindruckt. Bernhard Mumm von
TomTec Imaging GmbH zeigte, wie durch die Kombination innovativer Bilderzeugungs-Technologien mit komplexen Rekonstruktions-Algorithmen Funktionsanalysen
oder sogar virtuelle Reisen durch Herzkranzgefäße ganz ohne Kathetereingriff möglich sind.
Die Fachtagung bot einen Überblick über die wichtigsten Herstellerfirmen - neben den Marktführern Siemens, GE oder Philips präsentierten auch mittelständische
Unternehmen ihre Innovationen - und machte gleichzeitig die besondere Kompetenz der Metropolregion Nürnberg auf dem Gebiet der Medizinischen Bildgebung
deutlich. Experten aus der klinischen Forschung und Anwendung beurteilten den Nutzen neuester Technologien und zeigten weitere Verbesserungspotenziale
auf. So hatten die Teilnehmer eine ideale Möglichkeit, sich über den Stand der Technologie und laufende Entwicklungsprojekte zu informieren und wichtige Kontakte
zu potenziellen Kooperationspartnern zu knüpfen.
Die Qualität der Aus- und Weiterbildung ist ein essentieller Baustein, damit die Medizintechnik in Bayern auch weiterhin ein Innovationsmotor bleibt. Deshalb zählt die Verbesserung der Aus- und
Weiterbildung zu den zentralen Aufgaben des Clusters Medizintechnik. In einem ersten Schritt hat der Cluster Medizintechnik den aktuellen Aus-, Fort- und Weiterbildungsstand der Mitarbeiter bio- und
medizintechnischer Firmen mittels einer repräsentativen Studie eruiert. Diese Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Geschäftsfeld BayTech der Bayern Innovativ GmbH durchgeführt. Aus den
Ergebnissen sollen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung abgeleitet, sowie der Bedarf nach zusätzlichen oder alternativen Bildungsangeboten erfasst werden.
Ein erster Überblick über die Studienergebnisse wurde im Rahmen des Symposiums Aus- und Weiterbildung in der Medizintechnik des Forum MedTech Pharma e.V. und des Clusters Medizintechnik
am 24. Juli 2007 im Marmorsaal der Nürnberger Akademie gegeben. Über einen Zeitraum von knapp drei Monaten waren ca. 1.000 Personen aufgefordert, einen detaillierten Online-Fragebogen zu
bearbeiten. Die Rücklaufquote lag bei knapp über 10 %. Das zur Verfügung stehende Datenmaterial stammt zu einem Großteil von Unternehmen aus dem bayerischen Raum.
91 % der Studienteilnehmer gaben einen positiven Einfluss von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen bei Mitarbeitern auf den Unternehmenserfolg an. Es wird zudem ein fokussierter Bedarf
an zusätzlicher Qualifizierung bei den Mitarbeitern u.a. im Bereich Klinische Prüfung und Medizinprodukte-Gesetz gesehen. Viele Studienteilnehmer äußerten vor allem im Bereich der
gesetzlichen Anforderungen eine qualitative und/oder quantitative Unzufriedenheit mit dem Weiterbildungsangebot.
Mehr als 80 Teilnehmer aus Medizin, Wirtschaft und Wissenschaft informierten sich über aktuelle und zukünftige medizintechnische Studien- und
Qualifizierungsmaßnahmen. Professor Christian Uhl und Professor Jürgen Wohlrab stellten die Angebote der Fachhochschulen Ansbach und Nürnberg vor. Berufsbegleitende und betriebliche Aus- und Weiterbildungen wurden u.a. von Frau
Anita Grabinger von der TÜV SÜD Akademie und von Frau Simone Steinruck von der Siemens AG Medical Solutions präsentiert. Es entwickelte sich im Anschluss der Veranstaltung eine lebhafte und
konstruktive Diskussion über die Ergebnisse der Studie unter Einbeziehung von Dr. Tomas Bauer vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Gemeinsame
Schlussfolgerung des Symposiums war es, die aufgedeckten Defizite zu beheben um den heimischen Firmen besser qualifiziertes Personal mit hoher fachlicher Kompetenz zur Verfügung zu stellen. Das
Forum MedTech Pharma e.V. wird im Rahmen des Clusters Medizintechnik diesbezüglich seine Kompetenzen einbringen, um diesen Anforderungen nachzukommen.
Eine detaillierte Darstellung der Ergebnisse der Studie unter Einbeziehung von Nachrecherchen, wird voraussichtlich im September beim Cluster Medizintechnik erhältlich sein.